Russland

Skandal um Tretjakow-Galerie: Werke des Bildhauers Ernst Neiswestnyj erweisen sich als Fälschungen

In der Tretjakow-Galerie herrscht Aufruhr: Mehrere Werke des legendären Bildhauers Ernst Neiswestnyj erwiesen sich als Fälschungen. Ein Verfahren ist eingeleitet worden; es geht um Schäden in Millionenhöhe.
Skandal um Tretjakow-Galerie: Werke des Bildhauers Ernst Neiswestnyj erweisen sich als FälschungenQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Ekaterina Tschesnokowa

Die russische Kunstszene befindet sich seit einigen Tagen in einem Schockzustand: Mehrere Dutzend Werke des berühmten Bildhauers Ernst Neiswestnyj, die in der Tretjakow-Galerie ausgestellt waren, haben sich als Fälschungen entpuppt.

Die Geschichte klingt mehr als absurd und surreal – denn als Drahtzieher der Betrügereien gilt laut Ermittlungen der stellvertretende Stabschef der Nordflotte der russischen Marine, Kapitän 2. Rang Maxim Koschkarjow, der seine Schuld bereits gestanden hat und unter Hausarrest steht. Als Komplizen gelten bislang unbekannte Personen. Die Beweise für seine Beteiligung an der Straftat seien unwiderlegbar, heißt es in einer Mitteilung der offiziellen Sprecherin des russischen Ermittlungsausschusses, Swetlana Petrenko.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden organisierte Kapitän Koschkarjow in den Jahren 2020–2026 als Teil einer kriminellen Vereinigung aus nicht identifizierten Personen "die Herstellung von mindestens 30 Kunstwerken ohne Zustimmung der Urheberrechtsinhaber im Namen des Malers und Bildhauers Ernst Neiswestnyj". Die nach Gussformen angefertigten Fälschungen der Werke des Meisters wurden in Moskau, Sankt Petersburg, den Regionen Murmansk und Moskau sowie "außerhalb der Russischen Föderation" verkauft. Die Mitglieder der kriminellen Vereinigung verkauften die "gefälschten Gemälde und Skulpturen" an private Sammler, die nach ersten Schätzungen der Ermittler mindestens 90 Millionen Rubel (über eine Million Euro) dafür bezahlt haben.

Dass es sich um Fälschungen handelte, erfuhren die Geschädigten erst, nachdem sie die Werke im Dezember letzten Jahres der Staatlichen Tretjakow-Galerie für die Ausstellung "Die Ära von Neiswestnyj. Zum 100. Geburtstag des Künstlers" überlassen hatten.

Unterdessen teilte Anna Graham, die Witwe des Bildhauers Ernst Neiswestnyj, der städtischen Nachrichtenagentur Moskwa mit, dass sie vor möglichen Fälschungen der Werke ihres Mannes in der Ausstellung in der Staatlichen Tretjakow-Galerie gewarnt habe. Daher werden die Fragen an die Leitung der Galerie immer zahlreicher. Die Witwe merkte an:

"Ich habe gewarnt. Sie haben es sogar geschafft, mir weder eine Einladung noch einen Katalog zu schicken. Aus verschiedenen Quellen habe ich erfahren, dass es dort Fälschungen gibt, und habe mich an den Kurator gewandt. Ich weiß nicht, ob er dies jemandem zur Kenntnis gebracht hat, aber offenbar hatte dies keinen Erfolg, bis sich der Ermittlungsausschuss dieser Angelegenheit angenommen hat."

Mehr zum Thema - Expertin warnt: In Zeiten globaler Krisen wächst Zahl gefälschter Kunstwerke

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.