
Waldbrände in Frankreich und Spanien sorgen für historische Evakuierungen

An mittlerweile zahlreichen parallelen Brandherden, die am Mittwochmittag in der französischen Gemeinde Saumos rund 40 Kilometer westnordwestlich von Bordeaux ausgebrochen waren, kämpfen laut französischen Medien mittlerweile mehr als 1.200 Feuerwehrleute und Militärangehörige seit Tagen gegen die sich immer mehr ausbreitenden Feuerwände. Die Ereignisse haben eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Besonders betroffen ist demnach das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux. In Spanien wurde ausgehend dortiger Brände in zwei Regionen der Hauptstadt Madrid der "Notstand nationaler Tragweite" ausgerufen.
Um die sich weiter ausbreitenden Waldbrände in Südwestfrankreich zu bekämpfen, setzt die französische Regierung laut Agenturmeldungen nun auch auf militärische Transportflugzeuge. Diese werden speziell umgerüstet, um Flammenschutzmittel über den betroffenen Gebieten abzuwerfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Aussagen von Innnenministers Laurent Nunez.
In Paris tagt seit gestern Abend ein Krisenstab der Macron-Regierung, um über das weitere Vorgehen zu beraten. An der französischen Atlantikküste bei Bordeaux mussten inzwischen – aktuell – rund 160.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
🔴🇫🇷 URGENT l L’incendie en Gironde a pris une "AMPLEUR INÉDITE" et SE DIRIGE vers Bordeaux. (préfète) pic.twitter.com/k9zyxUXrX1
— - Le Direct Info 🔴 (@LeDirectInfo) July 24, 2026
So heißt es beim Sender TF1 am Samstagvormittag:
"Im Département Gironde wurden 167.000 Menschen evakuiert, darunter 57.000, die in der Nacht aus mehreren Gemeinden in der Umgebung von Bordeaux evakuiert wurden."
En Gironde, un incendie reste hors de contrôle, favorisé par les conditions météorologiques.
— Geocrises FR (@geocrises) July 24, 2026
110 000 personnes ont été évacuées dans le département ; d’autres évacuations sont annoncées.
14 000 hectares de forêts ont brûlé. Des dizaines de maisons ont été détruites, tandis que… pic.twitter.com/2cJEbQe3OH

Nach Angaben des Innenministeriums mussten zudem bereits mehr als 30.000 Menschen im benachbarten Département Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Allein der Großbrand am Becken von Arcachon hat sich auf rund 12.500 Hektar ausgedehnt – eine Fläche so groß wie Paris. Aktuell wurden laut ersten Schätzungen rund 19.000 Hektar Wald und Buschland sowie etwa 100 Gebäude zerstört oder beschädigt.
Im Nachbarland Spanien haben sich parallel mehrere Brände in der Nähe der Hauptstadt Madrid zu einer einzigen Feuerfront zusammengeschlossen. Rund um Madrid mussten daher inzwischen mehr als 65.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Regierung rief den nationalen Notstand aus.
Das Innenministerium in Madrid begründet den Schritt damit, dass gleich mehrere große Brände außer Kontrolle sind und dazu die Wetterlage die Feuer begünstige. Die Brände in der Region Madrid sind nach Einschätzung des Katastrophenschutzes am Samstagvormittag nicht zu löschen, daher droht eine weitere Ausbreitung.
🇪🇸 ESPAGNE : Alors que l'état d'urgence national est décrété, deux des trois énormes incendies qui font rage à l'est de Madrid sont "sur le point de fusionner" pour ne former qu’un "seul brasier", annonce le préfet de la région, avertissant du situation "hors de contrôle". pic.twitter.com/M5xDHdS3b8
— Infos Françaises (@InfosFrancaises) July 24, 2026
Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sprach vom "schlimmsten Brand in der Geschichte" der Region Madrid und von einer "Katastrophe". Zwei der drei Brände westlich der spanischen Hauptstadt waren nach Behördenangaben bereits zu einem Großfeuer verschmolzen.
Die EU-Kommission erklärte bereits gestern in Brüssel, dass vier Canadair-Flugzeuge nach Spanien und drei nach Frankreich entsandt werden. Beide Länder würden zudem mit Satellitenbildern des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus versorgt, um die Löscharbeiten vor Ort zu unterstützen.
In beiden Ländern sprechen die Behörden von ungünstigen Wetterbedingungen, die die Löscharbeiten erschweren. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gibt es laut Medien keine Hinweise darauf, dass mutwillige Brandstiftung die Hauptursache für den Beginn der großen Waldbrände bei Bordeaux ist. Die französische Staatsanwaltschaft untersucht demnach derzeit, "ob Arbeiten an einer Hochspannungsleitung" den größten Brand ausgelöst haben könnten.
An der bei deutschen Urlaubern beliebten Küste bei Bordeaux mussten etwa 24.000 Menschen zehn Orte am Becken von Arcachon verlassen, berichtet der ADAC. Bereits zuvor waren rund 20.000 Menschen, vor allem von Campingplätzen und aus Ferienanlagen, evakuiert worden.
🔥Devastating Wildfires Tear Through France And Spain, 220,000 Evacuated
— RT_India (@RT_India_news) July 25, 2026
Nearly 60,000 more people were ordered to flee areas near Bordeaux, while French President Macron deployed the military to support emergency crews.
In Spain, merged fires west of Madrid were declared… pic.twitter.com/vS8A8vwRGt
Reisende sollten daher in den Waldbrandgebieten mit Evakuierungen, Straßensperrungen – vor allem auf Landstraßen, teilweise auch auf Autobahnen –, Rauchentwicklung, Einschränkungen im touristischen Angebot und unterbrochenen Bahnverbindungen rechnen. Die Verkehrsinformationsseite Bison Futé fordert Autofahrer auf, die betroffenen Gebiete zu meiden, damit die Rettungsdienste freie Zufahrten haben.
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