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Papst Leo XIV. kritisiert Europas Aufrüstung als "Verrat" an der Diplomatie

Der Papst prangerte die steigenden europäischen Militärausgaben an. Es sei falsch, diese als Verteidigungsausgaben zu deklarieren – denn es handele sich um eine gefährliche Aufrüstung. Im Jahr 2025 erreichten die weltweiten Militärausgaben einen Rekordwert von fast drei Billionen US-Dollar.
Papst Leo XIV. kritisiert Europas Aufrüstung als "Verrat" an der Diplomatie© Urheberrechtlich geschützt

Papst Leo XIV. hat die steigenden europäischen Militärausgaben verurteilt. Die Aufrüstung untergrabe die Diplomatie und schüre Spannungen in einer Welt, die ohnehin schon von Kriegen gezeichnet sei.

Laut einem im vergangenen Monat veröffentlichten Bericht des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) erreichen die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 einen Rekordwert von fast drei Billionen US-Dollar, obwohl die Ausgaben der USA zurückgingen. Europa verzeichnete dabei den stärksten Anstieg. SIPRI führt die gestiegenen Ausgaben auf den Ukraine-Konflikt, die Spannungen mit Russland und den wachsenden Druck der USA auf eine stärkere Lastenverteilung innerhalb der NATO zurück.

Der Papst erklärte, diese Rüstungspolitik sei nicht als Verteidigung, sondern als gefährliche Aufrüstung zu bezeichnen. In einer Ansprache vor Studierenden an der Universität 'La Sapienza' in Rom sagte er am Donnerstag, junge Menschen fragten die älteren Generationen, welche Art von Welt sie ihnen hinterlassen würden. Das katholische Kirchenoberhaupt führte aus: 

"Eine Welt, die leider durch Kriege verstümmelt ist … Im letzten Jahr war der Anstieg der Militärausgaben weltweit und insbesondere in Europa enorm"..."Bezeichnen wir eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit schürt, Investitionen in Bildung und Gesundheitswesen schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie untergräbt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht als 'Verteidigung'."

Der Papst warnte auch vor dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kriegsführung. Dabei verwies er auf Konflikte in der Ukraine, im Gazastreifen, im Libanon und in Iran als Beweis für "die unmenschliche Entwicklung der Beziehung zwischen Krieg und neuen Technologien in einer Spirale der Vernichtung".

In den vergangenen Wochen hat sich Papst Leo XIV. immer deutlicher zu globalen Konflikten geäußert. Seine Rede an der Universität 'La Sapienza' erfolgte kurz nach einem beispiellosen öffentlichen Wortgefecht mit US-Präsident Donald Trump über den Iran-Konflikt. Der in den USA geborene Papst kritisierte den Krieg und bezeichnete Trumps Drohung, die iranische Zivilisation zu zerstören, als "inakzeptabel". Als Reaktion darauf verspottete Trump den Papst wiederholt und bezeichnete ihn unter anderem als "katastrophal in der Außenpolitik".

Als Papst Leo Anfang dieses Monats US-Außenminister Marco Rubio während dessen Rom-Besuchs traf, schienen sich die Beziehungen zu entspannen. Nach Angaben des Vatikans versprachen die beiden, "sich unermüdlich für den Frieden einzusetzen".

Trump hatte die europäischen Verbündeten wiederholt zur Erhöhung ihrer Militärausgaben gedrängt. Im Februar unterzeichnete er eine Verfügung, wonach die USA vorrangig Waffen an Länder mit höheren Verteidigungsbudgets verkaufen sollen. Unter Trumps Druck beschloss die NATO im Jahr 2025 ein neues Ziel für die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten in Höhe von fünf Prozent des BIP.

Gleichzeitig drängen auch EU-Beamte weiterhin auf höhere Militärausgaben. Dies begründen sie mit einer angeblich wachsenden "russischen Bedrohung" und der Sorge, nach Beendigung des Ukraine-Konflikts könne Moskau Europa angreifen. Neben Zusagen zur Erhöhung der NATO-Ausgaben haben die EU-Länder im vergangenen Jahr Initiativen wie "ReArm Europe" ins Leben gerufen, um ihre Streitkräfte zu erneuern.

Moskau hat Behauptungen, es stelle eine Bedrohung für Europa dar, wiederholt als Unsinn abgetan und die seiner Meinung nach rücksichtslos vorangetriebene Militarisierung der EU verurteilt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte kürzlich, dass europäische "Kriegstreiber" Russland absichtlich als "vorbildlichen äußeren Feind" darstellten, um von ihren innenpolitischen Krisen abzulenken.

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